Heute habe ich mir beim Bäcker ein Stück gefüllten Streuselkuchen gekauft. Die Bäckersfrau war äußerst freundlich und bat um 95 Zent beim Abkassieren. Ich liebe Leute, die Zent statt Cent sagen. Dit find ick schnieke. Also Berlin - weiter so!
Foto: getty images
Durchs Glas
Montag, 15. November 2010
Donnerstag, 9. September 2010
Der, die, oder das Traineeship?
Ich arbeite im Moment fast täglich an meinem Lebenslauf. Meine Auswahl an Firmen grenzt sich immer weiter ein, und so sind die Jobs für die ich mich richtig bewerbe auch richtig toll. Und da schicke ich natürlich nicht irgendwelches Gelumpe weg. Wer’s noch nicht wusste – ich bin Perfektionist. Leider merkt man das selten wegen meiner chaotischen Schale, aber es ist wahr. So muss also die Bewerbung zum Design der Firma passen und alles super flippig/ intelligent/ kompetent geschrieben sein.
Das Dilemma: Ich habe hauptsächlich Erfahrungen im Ausland und in einer englischsprachigen Organisation gesammelt. Wie schreibt man also „event management“, „goal setting“, oder „strategic brand analysis“? Groß, nur das erste Wort groß, zusammen, nur manchmal zusammen? Wann übersetze ich was und wann nicht? Und wo setzt man Kommas? Ich bin da mal spontan kreativ und bastel es so, dass es schön aussieht. Naja, Google sagt, es heißt das Traineeship. Danke Google, ich bin dein Fan. Fan oder fan? Fan.
Das Dilemma: Ich habe hauptsächlich Erfahrungen im Ausland und in einer englischsprachigen Organisation gesammelt. Wie schreibt man also „event management“, „goal setting“, oder „strategic brand analysis“? Groß, nur das erste Wort groß, zusammen, nur manchmal zusammen? Wann übersetze ich was und wann nicht? Und wo setzt man Kommas? Ich bin da mal spontan kreativ und bastel es so, dass es schön aussieht. Naja, Google sagt, es heißt das Traineeship. Danke Google, ich bin dein Fan. Fan oder fan? Fan.
Dienstag, 7. September 2010
Er sucht Sie
Im Moment suche ich nach einem erfüllenden, kreativen und gut bezahlten Job in Berlin. Was bis jetzt in meinem Kopf über Arbeit in Deutschland herumgegeistert ist, sind die gewöhnlichen Schreckensszenarien: Hartz IV, Plattenbau und Kinder mit dem Namen Jeanette Jaqueline. Da ich aber einen Rucksack voller Lebensmut, Ausbildung und Erfahrung mitbringe, habe ich meine Angst verdrängt und mich beworben. Ich kann sagen, dass es da draußen Jobs gibt, die wirklich interessant scheinen. Jetzt muss der Arbeitgeber mich nur noch wollen. Wir werden sehen.
Meine Suche beschränkt sich nicht nur auf die Onlinerecherche, nein, ich ziehe auch die good old Zeitung zu rate. In unserem Briefkasten landet regelmäßig so eine Regionalzeitung, die man nehmen muss, kein Abo aber Zwang. Wenn sie schon einmal da ist, kann ich mich ja auch gleich mal in die Kleinanzeigen stürzen. Stellenanzeigen gibt es ganz spannende: Reinigungskräfte, KFZ Mechaniker, Unterhaltungsdamen, da bin ich leider entweder über- oder unterqualifiziert.
Wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich mal die Partnerbörse beschnuppern. Ich lese grundsätzlich ALLE Anzeigen, die von den Frauen und die von den Männern. Neben all den flippigen Mittvierzigern und den doch recht stabilen Siebzigjährigen, findet man so manche Anzeigen, die einen zum Nachdenken animieren. So haben Männer meist Neuwagen und Eigenheim im Angebot, Frauen sind eher einsam und bereit beim neuen Partner einzuziehen und sich dafür auch hingebungsvoll um ihn zu kümmern. Hallo!? Rollenverteilung!? Das ich i
m Jahre 2010 noch von hilfslosen Weibsbildern lesen muss, die einfach nicht ohne Mann klar kommen, weil sie sonst keinen haben, den sie betütteln können, wird mir fast ein bisschen schlecht. Zum Glück gibt es Männer, die gut drauf vorbereitet sind, da kriegt sie ein warmes Bett, Kochlöffel und Putzlappen, gegen gelegentliches „Kuscheln“. Ach wie ist die Welt doch schön.
Eins ist klar: für einen Job bei den Kleinanzeigen bewerbe ich mich nicht. Und eine aufgeben? Das hat noch zwanzig Jahre Zeit.
Meine Suche beschränkt sich nicht nur auf die Onlinerecherche, nein, ich ziehe auch die good old Zeitung zu rate. In unserem Briefkasten landet regelmäßig so eine Regionalzeitung, die man nehmen muss, kein Abo aber Zwang. Wenn sie schon einmal da ist, kann ich mich ja auch gleich mal in die Kleinanzeigen stürzen. Stellenanzeigen gibt es ganz spannende: Reinigungskräfte, KFZ Mechaniker, Unterhaltungsdamen, da bin ich leider entweder über- oder unterqualifiziert.
Wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich mal die Partnerbörse beschnuppern. Ich lese grundsätzlich ALLE Anzeigen, die von den Frauen und die von den Männern. Neben all den flippigen Mittvierzigern und den doch recht stabilen Siebzigjährigen, findet man so manche Anzeigen, die einen zum Nachdenken animieren. So haben Männer meist Neuwagen und Eigenheim im Angebot, Frauen sind eher einsam und bereit beim neuen Partner einzuziehen und sich dafür auch hingebungsvoll um ihn zu kümmern. Hallo!? Rollenverteilung!? Das ich i
Eins ist klar: für einen Job bei den Kleinanzeigen bewerbe ich mich nicht. Und eine aufgeben? Das hat noch zwanzig Jahre Zeit.
Der Titel
Als ich Indien bereist habe, haben mich der Verkehrslärm, die Hektik und die vielen Menschen oft wahnsinnig gemacht. Ich konnte Schönes sehen und mir stieg Gestank in die Nase, andauernd musste ich aufpassen, dass ich nicht in irgendetwas Unaussprechliches trete.
Dann kam ich nach Jaipur. In Jaipur wurde ich von meinem guten Freund Mudit in seinem alten Auto durch die Stadt gekutscht. Das war toll! Auf einmal hatte ich den nötigen Abstand, der Lärm, die Hitze und die Menschen waren hinter das Glas verbannt. An mich heran drang alles Geschehen nur in gedämpfter Ausführung - und plötzlich war es wunderschön.
Und nun bin ich nach neun Jahren das erste Mal für länger als die Sommerferien nach Deutschland zurück gekehrt. Ich fühle mich in meinem eigenen Land, als würde ich alles gedämpft, mit ein bisschen Abstand wahrnehmen. Ich bin Deutsche, ich kenne mich aber überhaupt nicht aus. Ich sehe das Land mit den Augen einer Fremden, wundere mich über manche Reaktionen und Bräuche und trotzdem ist mir alles schrecklich vertraut. Es ist ein bisschen wie im Aquarium, alles sieht man durchs Glas.
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