Als ich Indien bereist habe, haben mich der Verkehrslärm, die Hektik und die vielen Menschen oft wahnsinnig gemacht. Ich konnte Schönes sehen und mir stieg Gestank in die Nase, andauernd musste ich aufpassen, dass ich nicht in irgendetwas Unaussprechliches trete.
Dann kam ich nach Jaipur. In Jaipur wurde ich von meinem guten Freund Mudit in seinem alten Auto durch die Stadt gekutscht. Das war toll! Auf einmal hatte ich den nötigen Abstand, der Lärm, die Hitze und die Menschen waren hinter das Glas verbannt. An mich heran drang alles Geschehen nur in gedämpfter Ausführung - und plötzlich war es wunderschön.
Und nun bin ich nach neun Jahren das erste Mal für länger als die Sommerferien nach Deutschland zurück gekehrt. Ich fühle mich in meinem eigenen Land, als würde ich alles gedämpft, mit ein bisschen Abstand wahrnehmen. Ich bin Deutsche, ich kenne mich aber überhaupt nicht aus. Ich sehe das Land mit den Augen einer Fremden, wundere mich über manche Reaktionen und Bräuche und trotzdem ist mir alles schrecklich vertraut. Es ist ein bisschen wie im Aquarium, alles sieht man durchs Glas.
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